Spiel:
Mein drittes Instrument (ab der 7. Klasse), es wurde mein Abiturprüfungsfach.
Dazwischen schob ich ausgedehnten Orgeldienst in der Geiselhöringer
Kirche. Schwierigere Stücke setzen mehr Kondition und Beweglichkeit
voraus, als man denkt: Orgeln ist Sport...
Besonderheiten:
Orgeln kann man nicht mitnehmen, sie warten, bis man zu ihnen kommt.
Weil ich dafür kaum mehr Zeit finde, bleibt es meist beim Wunschgedanken.
Trotzdem gehört es immer noch zu meinen schönsten musikalischen
Momenten, wenn der ganze Kirchenraum braust und vibriert, wenn man das
Schnaufen des Blasebalgs hört und das Echo zurückkommt.
Die große Orgel der Geiselhöringer Pfarrkirche war mal romantisch,
seit ihrem Neubau ist sie barock und hat für mich viel von ihrem
Reiz verloren: Zu leise!!! Meine Lieblings-Franzosen klingen einfach
nicht mehr...
Allerdings hatte die alte auch eine pneumatische Traktur, und besonders
im Winter erfreute uns z.B. das e'' im 'Nachthorn' gerne mit einer gewissen
Hartnäckigkeit. Aber damit zeigte sie Charakter!
Die kleine Orgel meiner heimatlichen Dorfkirche dagegen ist ein echtes
Schmuckstück: Das Blockflötenregister klingt, wie Blockflöten
klingen sollen, der Pedalbass ist geteilt und es klappert ordentlich.
Einzelne Register stammen aus dem 16.Jahrhundert, und man braucht immer
einen Blasebalgtreter, damit sich was tut.
Im Winter pustet der Balg die toten Fliegen aus den Prinzipalpfeifen,
worauf sie dann romantisch neben dem Spieltisch zu Boden schweben.